Grün - Gelb - Rot

Durch Ablesen des Gefahrengrades auf der waagerechten Achse und der Hangneigung auf der senkrechten Achse kann man am Schnittpunkt der Koordinaten das durchschnittliche Risiko über eine Farbe ablesen.

Im grünen Bereich sind Lawinenunfälle sehr selten (aber nicht völlig ausgeschlossen), während ab dem gelben Bereich Vorsichtsmaßnahmen angeraten sind. Der rote Bereich weist statistisch ein relativ hohes Risiko auf. Er ist nur in Ausnahmefällen vertretbar, wenn nach Analyse aller Einflussfaktoren ein örtlich geringes Risiko klar begründbar ist.

Wo das Limit liegt, entscheidet der Anwender selbst. Es kann am Übergang zu Orange, zu Rot oder irgendwo zwischendrin liegen. Das allgemein empfohlene Limit liegt dort, wo das Rot beginnt. Bei der ungünstigen Grafik der SnowCard ist dies bei Gefahrenstufe 2 einschliesslich 40 Grad, Bei Stufe 3 35 Grad und bei Stufe 4 generell ab 30 Grad. Jeweils ein Grad tiefer ist demnach gerade noch vertretbar. In günstigen Hanglagen (ausser bei Stufe 4)  ergibt sich durch die "günstige Grafik" ein um ca. 5 Grad "steilerer" Spielraum.

Sonderfälle: In der Praxis kommt es durchaus vor, dass die "Gefahren-Differenz" zwischen günstigen und ungünstigen Hängen größer oder kleiner als eine Gefahrenstufe ist. Diese Sonderfälle können von erfahrenen Anwendern mittels LLB und Faktorencheck ermittelt werden. Sollte z.B. ein zweistufiger Unterschied bestehen, kann dies auf der SnowCard berücksichtigt werden. In ungünstigen Lagen (z.B. im Schatten oder Lee) wird dann z.B. Gefahrenstufe 3 (erhebliche Lg.) angenommen, während in günstigen Lagen (z.B. stark verfestigte Sonnenseiten etc.) die grüne Grafik mit Stufe 2 (mäßige Lg.) anwendbar ist. Dies enspricht einer tatsächlichen Gefahrenstufe von 1 (geringe Lg.) in diesen Lagen. Aber Vorsicht: Eine mehrstufige Anpassung der günstigen Lagen ist nur in klar erkennbaren, einfach zu beurteilenden Situationen möglich. In der Regel handelt es sich dabei um eindeutig vom Wind freigeblasene oder von der Sonne verfestigte Hänge.


In den Farben
sind sowohl die Reduktionsmethode von Werner Munter wie auch die Empfehlungen eines internationalen Expertenkreises eingearbeitet *. Sie stellen also die farbliche Darstellung anerkannter und verbreiteter Empfehlungen dar. Zusätzlich wurden diese Empfehlungen einer Überprüfung mittels der Auswertung von Unfallberichten unterzogen, wobei sich die Werte im allgemeinen bestätigten.

Sehr beachtlich in diesem Zusammenhang war zudem die in den letzten Jahren sehr hohe Trefferquote des Lawinenlageberichts, weshalb diesen Informationen bei der Anwendung der SnowCard ein hoher Stellenwert eingeräumt wird.

So unscharf wie die Übergänge der Farben und der Gefahrengrade sind, so unscharf ist auch die Wahrscheinlichkeit einer Lawinenauslösung. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, reizt nicht bis zum äußersten aus, sondern baut sich selber ein Sicherheitspolster ein.

*) Internationaler Expertenkreis, Jamtalhütte September 2000

Vorsichtsmassnahmen

Risikomanagement

Viel befahrene Haenge